Heute Abend wartet bereits der letzte Derbykracher in dieser Saison: Auf eigenem Eis empfangen die WILD WINGS um 19:30 Uhr die Adler aus Mannheim und bekommen so zum zweiten Mal die Möglichkeit, sich als Nummer Eins im Land zu behaupten. Denn während die Neckarstädter beide Auswärtsspiele beim Lokalrivalen knapp verloren, konnten sie die erste Heimpartie souverän mit 6:2 für sich entscheiden. Ebenfalls nicht weit entfernt – geografisch gesehen – ist daraufhin der Gegner am Sonntag. Hier reisen die Blau-Weißen zum Schwabenduell nach Augsburg.
Ein Spiel absolvierten die Neckarstädter bereits in dieser englischen Woche. Gestern stand die Mannschaft von Steve Walker im PSD Bank Dome auf dem Eis, wo sie nach Penaltyschießen gegen die Düsseldorfer EG knapp verlor. Weshalb am Ende nur einer statt drei Punkten auf dem Schwenninger Konto verblieb und was die Mannschaft aus dem Spiel mitnimmt, erzählt der Headcoach wie folgt: „Wir haben ein sehr gutes erstes Drittel gespielt. Das zweite Drittel hingegen war enttäuschend. Es war ein Spiel, aus dem du lernen und deine Lektionen ziehen musst. Wir waren nicht zufrieden, wie wir mit der Führung gespielt haben und müssen es nun so schnell wie möglich vergessen und abhaken, denn der Fokus richtet sich auf Mannheim.“ Am Ende habe auch die Vernachlässigung der Defensive zum besagten Spielausgang geführt, mit dem die WILD WINGS alles andere als zufrieden waren. Die größte Lektion, die es nun gilt, in den kommenden Spielen anzupassen, sei die Konsequenz in der eigenen Spielstruktur über 60 Minuten hinweg. Man könne nach einer Führung also nicht nachlassen, da eine Partie immer erst dann vorbei ist, wenn der Schiedsrichter abpfeift. „Im Eishockey geht es um Momentum und wir müssen lernen, zu verstehen, wie man ein Spiel zu Ende bringt. Man muss sich darauf konzentrieren, welche Faktoren einen in Führung gebracht haben und nicht anfangen, andere Dinge zu machen“, betont der Cheftrainer.
Dass das sportliche Geschehen der Partie aufgrund des Schicksalsschlages von Tobias Eder etwas in den Hintergrund geriet, wurde auch anhand der Atmosphäre im Stadion deutlich: „Es war eine schwierige Stimmung, die von Anfang an nicht auf Hockey eingestellt war. Aus diesem Grund hatte auch die DEG Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden. Auch wenn ich finde, dass die Liga den Spieltag hätte absagen können, haben die Spieler einen professionellen Job gemacht und sich ab dem Moment konzentriert, als die Scheibe im Spiel war“, so Walker. Die Tragödie des Stürmers der Eisbären Berlin hat den Cheftrainer aber auch auf einer persönlichen Ebene sehr mitgenommen: „Ich bin Vater und hätte meinen Sohn vor kurzem ebenfalls verlieren können. Ich konnte mich deshalb gut in die Situation hineinversetzen. Mir wurde dadurch auch nochmal mehr bewusst, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass es bei meiner Familie positiv verlaufen ist.“
In einer schweren Zeit für alle Eishockeyfans läuft der Ligabetrieb diese Woche normal weiter, bevor kommende Woche eine Länderspielpause ansteht. Die WILD WINGS bekommen nach der Partie am Sonntag somit fünf Tage frei, bevor es nächste Woche Samstag mit dem Training weiter geht.
Der Gegnercheck:
Mannheim ist und bleibt eine große Herausforderung. Die Mannschaft von Dallas Eakins hat eine sehr starke Defensive und damit verbunden ein herausragendes Penaltykilling. Die formstarken Adler sind in der Lage, gegnerische Chancen zu eliminieren, weshalb Steve Walker keine Vielzahl an hochkarätigen Chancen erwartet. Stattdessen wird es wichtig sein, die Offensive des Gegners ebenfalls einzuschränken. Dass Mannheim unter der Woche nicht gespielt hat, sieht der Schwenninger Headcoach weder negativ noch positiv: „Es kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein. Wir haben gestern gespielt, was sicherlich außerhalb unseres normalen Rhythmus liegt. Auch, dass heute kein Training stattfand, ist nicht normal. Das Mindset der Mannheimer könnte sich somit unterscheiden, da sie sich keine Sorgen darüber machen müssen, ihre volle Energie aufs Eis zu bringen. Auf der anderen Seite ist es Teil des Jobs und wir sind es gewissermaßen auch gewohnt.“ Nach Mannheim ist vor Augsburg. Die Panther befinden sich mitten im Abstiegskampf und werden sicherlich viel Kraft aus dem gestrigen Sieg gegen die Straubing Tigers geschöpft haben. „Auswärts in Straubing zu gewinnen, sagt viel über die Qualität der Mannschaft aus und zeigt, dass es die Zeit in der Saison ist, in der du gewinnen musst – vor allem mit dem Abstieg im Rücken. Ich war nicht wirklich überrascht darüber, obwohl Augsburg einige Schlüsselspieler gefehlt haben. Ich erwarte am Sonntag ihr bislang bestes Spiel in dieser Saison. Es wird hart für uns“, schätzt Steve Walker das bevorstehende Duell gegen die bayerischen Schwaben ein.
Die Teamnews:
Matt Puempel kehrt nach längerer Verletzungspause in den Kader zurück und wird morgen auf dem Eis stehen. Über das finale Line Up wird jedoch erst morgen Vormittag entschieden, da der ein oder andere Spieler etwas angeschlagen sei und mit leichten Blessuren zu kämpfen habe. Aus diesem Grund steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, wer morgen fit ist und wer eine Pause bekommt. Wie bereits angekündigt, wird aber auf alle Fälle Michael Bitzer zwischen den Pfosten starten.