Die Ottawa Senators haben ihren fünften Sieg in Folge eingefahren und damit den ersten Wildcard-Platz in der Eastern Conference für die Stanley Cup Playoffs gefestigt. Am Donnerstag gewannen sie zu Hause im Canadian Tire Centre mit 6:3 gegen die Boston Bruins. Tim Stützle bekam den Secondary Assist beim 3:1 im Powerplay gutgeschrieben. Es war insgesamt sein 203. Assist für Ottawa, womit er Marian Hossa vom 10. Platz in der Allzeitwertung des Franchise verdrängte. Mit 67 Punkten (20 Tore, 47 Assists) aus 65 Einsätzen führt der Deutsche die teaminterne Scorerwertung in der laufenden Saison an.
Fleißigster Punktesammler der Senators beim Erfolg gegen die Bruins war Drake Batherson mit zwei Toren und einem Assist. „Das ist großartig. Meine Mutter hat mir gestern daheim ein leckeres Essen gekocht. Von daher gebührt ihr wohl die meiste Anerkennung“, scherzte der Flügelstürmer, der momentan mit 53 Zählern nach Stützle der zweitbeste Scorer der Mannschaft ist.
In blendender Verfassung befindet sich außerdem Brady Tkachuk. Der Kapitän lieferte die Vorlage zum dritten Treffer der Senators in Überzahl und verlängerte dadurch seinen Punktestreak auf acht Spiele. Sieben Tore und zwei Assists gelangen ihm in diesem Zeitraum. In den letzten knapp sieben Minuten blieb der Angreifer jedoch auf der Bank. Zuvor hatte er sich an die Hüfte gegriffen, die ihn offensichtlich schmerzte. Laut Trainer Travis Green handelte es sich aber mehr um eine Vorsichtsmaßnahme. Tkachuk soll am Samstag in der Partie bei den Toronto Maple Leafs wieder auf dem Eis stehen.
Bezahlt gemacht hat sich bereits jetzt die Verpflichtung von Dylan Cozens zur NHL Trade Deadline. Der Center punktete seitdem in allen vier Begegnungen für Ottawa. Der Klub hatte ihn im Tausch für Josh Norris von den Buffalo Sabres geholt. Alles in allem brachte er es bislang auf vier Zähler (zwei Tore, zwei Assists) für sein neues Team.
Die Grundlage für den Heimsieg gegen Boston legten die Senators mit einem bärenstarken Anfangsdrittel. Nach 20 Minuten führten sie durch Tore von Shane Pinto, Tyler Kleven, Drake Batherson und Ridly Greig bei einem Gegentreffer von Casey Mittelstadt mit 4:1. „Wir wussten, dass wir heute Abend unsere beste Leistung benötigen würden. Wir befinden uns in einem engen Playoff-Rennen und da zählt jeder Punkt. Mit genau dieser Einstellung sind wir ins Spiel gegangen“, erläuterte Verteidiger Kleven.
Der zweite Durchgang verlief ausgeglichener. Zunächst verkürzten die Bruins durch David Pastrnak, ehe Batherson mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wiederherstellte. Doch Boston ließ sich nicht abschütteln und kam durch Marat Khusnutdinov erneut bis auf zwei Tore heran. Um ein Haar hätten die Gäste vor der zweiten Pause sogar noch den Anschlusstreffer erzielt. Doch Senators-Torwart Linus Ullmark vereitelte eine Großchance von Bostons Stürmer Mason Lohrei. Der Goalie glitt zur Seite und parierte die Direktabnahme mit dem Fanghandschuh.
„Hinterher habe ich mich gefragt, wie ich das gemacht habe. Dabei musste ich fast ein wenig lachen“, beschrieb Ullmark die fragliche Szene anderthalb Minuten vor Ablauf der Uhr im Mitteldrittel. Der Schlussmann wehrte während des gesamten Spiels 22 Schüsse der Bruins ab. Aus seinen letzten sechs Auftritten vom Start weg hat er eine Matchbilanz von 5-0-1 und eine Fangquote von 91,3 Prozent vorzuweisen.
Mit einem Empty-Net-Goal in der Schlussphase der Partie beseitigte Claude Giroux alle Restzweifel am doppelten Punktgewinn der Hausherren.
„Es ging auf und ab. Wir sind heiß aus der Kabine gekommen und haben ein wirklich solides erstes Drittel gespielt und den Gegner komplett beherrscht. Das hat sich auch im Ergebnis widergespiegelt“, analysierte Ullmark. „Mit so einer klaren Führung im Rücken ist es oft nicht leicht. Man gibt auf einmal fünf Prozent weniger, sei es beim Forechecking oder der Absicherung des Pucks, und schon ist die andere Mannschaft zurück.“
Durch den Sieg stärkten die Senators ihren Position im Wildcard-Rennen im Osten. Mit 75 Punkten 35-25-5) liegen sie fünf Zähler vor den New York Rangers, die sich als erstes Team unter dem Strich befinden. Selbst der dritte Rang in der Atlantic Division und damit die direkte Qualifikation für die Postseason sind wieder in Reichweite. Der Rückstand auf die drittplatzierten Tampa Bay Lightning beträgt nur noch vier Punkte.