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Η-Θ
(3:0) - (0:0) - (0:4)
23.02.2025, 19:00 Uhr

Sprachlos zum Hauptrunden-Ausklang

Bären leisten sich kollektiven Blackout

Þ24 Februar 2025, 12:10
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Die Hauptrunde in der Central European Hockey League endete für den EHC Neuwied mit einer bitteren Enttäuschung. Die Bären waren in der Endphase des Heimspiels gegen die Mechelen Golden Sharks von allen guten Geistern verlassen und gaben ein Spiel ab, das sie nicht hätten verlieren dürfen. Nicht nach diesem Verlauf, nicht nach einer 3:0-Führung bis zur 48. Minute. „Ich kann mich heute nur bei allen Fans, Sponsoren und Unterstützern entschuldigen. Was im letzten Drittel passiert ist, ist mir ein absolutes Rätsel. Dafür fehlen mir die Erklärung und die Worte“, sagte EHC-Manager Carsten Billigmann auf der Pressekonferenz in Vertretung für den krankheitsbedingt fehlenden Cheftrainer Leos Sulak. Trotz der 3:4-Niederlage gegen den Tabellenletzten geht der EHC als Erster in die Play-offs. Unkenrufen, die Bären hätten die Niederlage in Kauf genommen, um zu versuchen, Heerenveen im Viertelfinale aus dem Weg zu gehen, erteilte Billigmann eine entschiedene Absage: „Das widerspricht jeglicher sportlicher Ehre. Wir wollten heute ein Zeichen setzen. Davon waren wir nach dem super ersten Drittel ab dem zweiten Abschnitt ganz weit entfernt. Und außerdem lag Geleen zu dem Zeitpunkt, als wir das Spiel aus der Hand gegeben haben gegen Lüttich bereits zurück.“

Zunächst verlief noch alles nach Plan: Der EHC machte von Beginn an Druck und bestimmte die Partie. Es dauerte keine vier Minuten, dass der Favorit in Führung ging. Ein Spielzug über links, der durch Tom Stumpe vollendet wurde, brachte das frühe 1:0. Und der EHC legte in Person von Kapitän Jeff Smith nach (8.). Der Tabellenführer, ohne den erkrankten Juuso Rajala auf dem Eis, baute zunächst geduldig auf, und zog dann mit zwei Pässen das Tempo an, als Maksim Anton den cleveren Wechsel von Smith erkannte. Der EHC-Kapitän startete in der Mitte durch und nutzte den sich bietenden Raum zum Alleingang. Der EHC besaß die Spielkontrolle, aber die Belgier sind trotz ihres letzten Tabellenplatzes nicht abzuschreiben. Zweimal trafen sie im ersten Drittel durch Ben van den Bogaert und Verners Egle den Pfosten. Glück für Neuwied. Als Michael Jamieson in Überzahl im Nachsetzen auf 3:0 erhöhte (20.), schien die Begegnung endgültig ihren Lauf zu nehmen.

Das zweite Drittel verlief deutlich ruhiger als das erste. Am Ende stand hier kein weiterer Treffer. Es war geprägt von viel Puckbesitz auf Seiten des EHC aber keinen weiteren Einschüssen. „Das Spiel ist dahingeplätschert“, beschrieb Manager Billigmann.

Und dann kam das, was alle sprach- und fassungslos machte. In der 48. Minute packte sich Mechelens Lette Verners Egle ein Herz, ließ vier Neuwieder stehen, behielt die Ruhe und legte den Puck gekonnt um den chancenlosen Oto Jeschke herum ins Tor. Die Gäste wollten in ihrem letzten Saisonspiel vor der Sommerpause noch einmal etwas Besonderes erzwingen, bäumten sich auf und bekamen es dabei von der Neuwieder Mannschaft nicht sonderlich schwer gemacht. Egle besorgte nach einem schnellen Konter über die rechte Seite das 3:2 (54.) und schnürte seinen lupenreinen Hattrick mit einem Schuss von links in die lange Ecke (59.). Wieder Verlängerung wie am Freitag in Heerenveen? Nein, es kam noch schlimmer für den EHC. Zwei Sekunden vor Schluss fälschte Sandro Bosmans einen Egle-Schuss ab – 3:4. Entsetzen bei den Bären. „Ich hoffe, dieses Spiel war ein Weckruf. Jetzt müssen wir ab Freitag wieder zeigen, was wir können“, verlangt Billigmann zu Beginn der wichtigsten Eishockey-Jahreszeit eine 180-Grad-Wende der Mannschaft.

Neuwied: Jeschke – Walkowiak, Esche, Schlicht, Tegkaev, Marten, Zaslavski, Rieger, Becker – Chetik, Beeg, Litvinov, Jamieson, Anton, Sperling, Stumpe, Wasser, Smith, Alexandrov, Deichmann.

Mechelen: Flodell – Vanderhulst, van den Bogaert, Jaron Blomme, Adriaenssens, Verryt – Palmaerts, Egle, Kila, de Bruijn, op de Beeck, Bosmans, Evers, Kustermans, Jorre Blomme, Tsaplin.

Schiedsrichter: David Walther.
Zuschauer: 943.
Strafminuten: 8:10.

Tore: 1:0 Tom Stumpe (Jamieson, Becker) 3‘, 2:0 Jeff Smith (Marten, Anton) 8‘, 3:0 Michael Jamieson (Wasser, Smith) 20‘, 3:1 Verners Egle (Bosmans, Jaron Blomme) 48‘, 3:2 Verners Egle 54‘, 3:3 Verners Egle (van den Bogaerts, Kila) 59‘, 3:4 Sandro Bosmans (Egle) 60‘.

Quelle:
EHC Neuwied

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