Unter denkbar schwierigen Umständen ging man – nach dem Match in Heilbronn am vergangenen Dienstag – zum zweiten Mal in dieser Woche in eine Partie, bei welcher mehrere Stammkräfte fehlten.
Mit dem gesperrten Moritz Israel, dem verletzten Konstantin Melnikow, den erkrankten Michal Spacek, Tim Detig, Dominik Piskor, Justin Spiewok, Jan Hammerbauer, Leon Schuster, Nicolas Hinz sowie Edmund Junemann waren gleich neun Akteure nicht einsetzbar. Sam Verelst fehlte aus privaten Gründen und machte damit die Dekade voll.
Zudem stellten einige Jungs ihre Blessuren hinten an und gingen leicht gehandicapt aufs Eis.
Unterstützung für diese Partie kam vom Stammverein EHC Bayreuth, der Florian Lüsch und Sebastian Dünkel mit nach Memmingen schickte. Zudem liefen sechs Förderlizenz-Akteure vomERC Ingolstadt auf. Neben Sebastian Laßmann, der bereits in Heilbronn im Kader stand, konnte man auf die beiden Verteidiger Ilias Burbach und Jaden Schellhorn zurückgreifen. Mit Luca Franzese, Devid Kulpinau und Michael Schepel standen zudem drei weitere Offensivkräfte im Line-up.
Für ein Spiel, bei welchen 10 Stammkräfte fehlten, schlugen sich die Bayreuther durchaus beachtlich und spielten – mit einer kompletten Reihe, die sich aus 2006er Jahrgängen zusammensetzte – über 60 Minuten ein ansehnliches Spiel.
Gegen Indians, die mit vollem Lineup unterwegs waren, musste man zunächst – bis zur 22. Spielminute – einen Rückstand von 3 Toren auf der Anzeigentafel lesen. Dabei hatte man im ersten Abschnitt durchaus einige Möglichkeiten, die Brown, Seto oder Lüsch herausgespielt hatten. Zudem überstand man eine Überzahlgelegenheit der Indians, die für 1,5 Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis unterwegs waren. Die Chancen, die sich die Gastgeber erspielten bis zu diesem Zeitpunkt, konnten jedoch konsequent genutzt werden, sodass die Tore durch Dopatka und zwei Mal Pekr einen verdienten 3:0 Vorsprung mit sich brachte. Erstmal auf das Scoreboard kamen die Tigers in der 24. Spielminute, als Seto über die linke Seite ins Drittel lief, Brown in der Mitte bediente und der als Kapitän aufgelaufen Stürmer den ersten Treffer für seine Farben erzielen konnte. Ein Fehler in der Defensive, als man gerade in eine Überzahl kam, wurde dann bestraft. Schubert passte schnell auf Meier, der per Shorthander auf 4:1 stellen konnte. Eine gute Minute später hebelten die Indians die Tigers-Abwehr mit einem schnellen Tempogegenstoß aus und liefen einen „2 auf 0-Konter“, der am Ende erfolgreich sein sollte. Lillich überwand in dieser Situation, nach 33 Minuten, mit dem dritten Nachschuss Andryukhov. Das Momentum, das man sich nach dem Anschlusstreffer erarbeitet hatte und der einige Möglichkeiten mit sich brachte, war damit umgedreht. Dass man in der verbleibenden Spielzeit keinen Treffer mehr des Tabellenvierten zuließ, war den aufopferungsvollen Kampf des jungen Line-ups zu verdanken. Zudem konnte man die Memminger noch in leichte Verlegenheit bringen, nachdem man durch Laßmann, der eine Vorlage von Becker verwertete und Vihavainen, der einen Schuss aus der Halbdistanz flach erfolgreich abschloss, auf 2 Tore herankam und es am Ende noch mal spannend machte. Zwei Strafzeiten in kurzer Abfolge und die Herausnahme von Andryukhov für einen sechsten Feldspieler sollte aber dann nichts mehr einbringen, sodass man nun, nach dieser Niederlage, auch rechnerisch keine Möglichkeit mehr hat, die Pre-Playoffs zu erreichen.
„Wir hatten sehr schwere letzte Tage. Uns hat enorm die Grippe erwischt und wir konnten nur mit zehn unserer eigentlichen Akteure antreten. Wir sind mit sechs Junioren aus Ingolstadt heute hier gewesen. Natürlich ist das Ziel ein Spiel zu gewinnen aber manchmal zählen auch andere Dinge. Die Jungs haben enormen Charakter gezeigt. Gerade auch die Youngsters, die heute gegen eine stark Memminger Mannschaft vor vielen Zuschauern angetreten sind. Aidan Brown ist die ganze Zeit schon krank aber läuft auf. Die Zuschauer haben den weiten Weg auf sich genommen undhaben uns unterstützt. Da bekommt man Gänsehaut. Ein riesen Kompliment an die Fans“, so Head-Coach Suarez im Anschluss an die Partie.
Für die onesto Tigers steht am Sonntag das letzte Heimspiel der aktuellen Spielzeit auf dem Programm, wenn man den EV Lindau begrüßt. Bully im Bayreuther Tigerkäfig ist dann um 18 Uhr.
ECDC Memmingen vs. onesto Tigers 5:3 (2:0, 3:1, 0:2)
Memmingen: Flott-Kucis, Eisenhut – Kurz, Peleikis, Svedlund, Meisinger, Ettwein, Schirrmacher, Homann, Schmidbauer – Meier, Dopotka, Schubert, Lillich, Spurgeon, Spitzner, Olmstead, Pekr (2), Schaefer, Fabian (2), Pfalzer, Fominych (2)
Bayreuth: Andryukhov (2), Dünkel – Reiner, Nedved, Becker, Menner (2), Flade, Burbach, Schellhorn – Seto (2), Vihavainen, Brown, Lüsch (2), Laßmann, Bergbauer, Franzese, Kulpinau, Schepel
Schiedsrichter: Fendt, Haas – Spiegl, Kreuzer
Zuschauer: 1.809
Strafen: Memmingen: 6 Bayreuth: 8 PP: Memmingen: 0/4 Bayreuth: 0/3
Torfolge: 1:0 (3.) Dopatka (Meier), 2:0 (12.) Pekr, 3:0 (23.) Pekr, 3:1 (24.) Brown (Seto), 4:1 (32.) Meier (Schubert) SH, 5:1 (33.) Lillich (Fabian, Spurgeon), 5:2 (45.) Laßmann (Becker), 5:3 (50.) Vihavainen (Brown, Seto)