„Irgendetwas Besonderes geht hier gerade vor sich“, sagte St. Louis Blues-Trainer Jim Montgomery nach dem 2:1-Auswärtssieg gegen die Colorado Avalanche am Samstag. Der Erfolg war der neunte in Folge – die aktuell längste Siegesserie in der NHL. Die Atmosphäre erinnert zunehmend an jene magische Phase der Saison 2018/19, als St. Louis elf Siege in Serie gelangen, sie eine herausragende zweite Saisonhälfte spielten und am Ende sogar der Stanley Cup gewonnen wurde.
Mit dem Triumph bei der Avalanche setzten die Blues ihre beeindruckende Aufholjagd fort. Seit dem Amtsantritt Montgomerys am 25. November haben die Blues 68 Punkte gesammelt, was Platz sieben in der NHL entspricht. „Es ist sehr beeindruckend, was wir gerade machen. Die Spieler glauben aneinander, das merkt man auf dem Eis und in der Kabine“, ergänzte Montgomery stolz.
Parallelen zu 2019 sind unübersehbar
Das Besondere an dieser Siegesserie: Sie kommt genau zur richtigen Zeit. Damals, in der Saison 2018/19, führte eine ähnliche Erfolgswelle dazu, dass die Blues als Außenseiter begannen und sich am Ende die prestigeträchtigste Trophäe des Eishockeysports sicherten. Genau diese Erinnerungen werden in St. Louis jetzt wieder lebendig.
„Es macht Spaß, dabei zu sein, und es fühlt sich wirklich speziell an“, sagte Torhüter Jordan Binnington, der 2019 als Rookie eine Schlüsselrolle spielte. Auch am Samstag überzeugte er mit 28 Paraden und hielt besonders im hektischen Schlussabschnitt seine Mannschaft mehrfach im Spiel.
„Wir wussten, dass Colorado von Beginn an Druck machen würde. Es war ein unterhaltsames und intensives Spiel“, erklärte Binnington die Herausforderung gegen die Avalanche, die zuvor elf Heimspiele in Serie gewonnen hatte.
Schlüsselspieler in entscheidender Form
Robert Thomas, der gegen die Avalanche zwei Vorlagen verbuchte, ist einer jener Schlüsselspieler, die aktuell über sich hinauswachsen. In nunmehr vier aufeinanderfolgenden Spielen gelangen ihm mindestens zwei Assists – das gelang zuvor nur Doug Weight in der Spielzeit 2002/03.
„Thomas ist unglaublich stark momentan. Seine Übersicht und seine Fähigkeit, Spiele zu lesen, sind fantastisch“, lobte Montgomery den Angreifer. Pavel Buchnevich, Schütze des entscheidenden Treffers in der dritten Spielperiode, profitierte ebenfalls von Thomas' aktueller Topform und einem seiner Assists.
„Ich wusste, dass 'Sutes' [Ryan Suter] schießen würde. Ich musste einfach nur am richtigen Ort stehen“, erklärte Buchnevich sein entscheidendes Tor, mit dem er die Siegesserie weiter ausbaute. Für ihn selbst war es eine gelungene Rückkehr nach vier Spielen Pause wegen Krankheit.
Teamgeist als Erfolgsgarant
Es sind nicht nur die individuellen Leistungen, die St. Louis derzeit so stark machen, sondern vor allem der außergewöhnliche Teamgeist. „Alle blocken Schüsse, werfen sich rein, geben alles für den Erfolg. Genau das zeichnet uns gerade aus“, betonte Montgomery.
Die Avalanche, eines der offensiv stärksten Teams der Liga, hatte es schwer, gegen die disziplinierte Verteidigung der Blues Räume zu finden. Superstar Nathan MacKinnon, der dennoch zum 1:1 traf und seine Heim-Punkteserie auf beeindruckende 24 Spiele ausbaute, musste sich letztlich geschlagen geben.
Avalanche-Verteidiger Devon Toews betonte: „Wir waren im ersten Drittel zu langsam, das hat den Blues Auftrieb gegeben. Sie haben das Momentum genutzt.“
Historischer Erfolg in Reichweite
Die neun Siege in Folge bringen die Blues näher an ihre Franchise-Bestmarke von elf Erfolgen hintereinander heran. Diese Zahl steht seit dem Stanley Cup-Jahr 2019 unberührt und hat für Fans und Spieler hohen symbolischen Wert.
„Natürlich denken wir daran, aber wir bleiben realistisch. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung. Wichtig ist nur, dass wir so weiterspielen wie zuletzt“, relativierte Montgomery den Blick auf den Rekord.
Gleichzeitig wissen alle Beteiligten, dass mit einem erneuten Erreichen der Marke auch die Träume vom zweiten Stanley-Cup-Triumph in der Geschichte der Blues wieder greifbar nahe wären. „Genau darum geht es: Jetzt zählt jedes Spiel doppelt. Diese Momente definieren unsere Saison“, erklärte Binnington.
Das nächste Spiel könnte somit bereits Geschichte schreiben – oder zumindest ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem historischen Meilenstein sein. In jedem Fall ist klar: In St. Louis lebt derzeit wieder jene Magie, die vor wenigen Jahren schon einmal Großes ermöglichte.