Die Ravensburg Towerstars haben sich im zweiten Halbfinal-Duell gegen die Krefeld Pinguine einen besonders dramatischen Schlagabtausch geliefert. Am Ende stand ein 6:5 auf der Anzeigetafel, nachdem Mat Santos den Puck in der dritten Minute der Verlängerung durch die Beine des Krefelder Torhüters schob. Damit steht es in der Serie 1:1.
Nach dem 1:5 zum Auftakt der Halbfinalserie waren sich die Towerstars und ihr Anhang in der ausverkauften CHG Arena bewusst, dass der Heimvorteil an diesem Abend besonders wichtig sein würde. Die Gastgeber gingen auch sofort druckvoll zu Werke. Gespannt blickten die Fans in der Startminute auf einen Countdown auf der LED Wand. Towerstars-Premium-Partner „Getränke Pohl“ hatte wieder einmal die Aktion „Pohl Goal“ ausgerufen, bei der es für ein Tor in der Startminute Freibier in zweistufiger Menge gibt. Viel hätte nicht gefehlt und die Zuschauer hätten sich auf 600 Liter Freibier freuen dürfen. 32 Sekunden waren gespielt, als Mat Santos vor dem Krefelder Tor frei zum Schuss kam. Felix Bick im Pinguine-Tor war jedoch auf dem Posten.
Auch danach waren die Towerstars engagiert und hatten Zug zum Tor, ein Treffer wollte aber weiterhin nicht fallen. Auch ein Powerplay in der 6. Minute entfachte nicht die erhoffte Wirkung. Als es wenig später eine Strafzeit gegen die Towerstars gab, waren die Gäste wie schon am Freitag effizienter bei ihren Chancen. Lucas Lessio sorgte nach einer halben Minute Überzahl prompt für das 0:1. Das verhalf den Seidenstädtern zu weiterem Schwung, die Towerstars blieben aber insgesamt dennoch bestimmender im Spiel. Kaufen konnten sie sich davon allerdings nichts, denn auch in der 17. Minute zeigte Krefeld den entscheidenden Tick mehr Konsequenz. Davis Vandane brachte die Scheibe hart in Richtung Tor, Max Newton fälschte ab, und der Puck schlug zum 0:2 im Torwinkel ein.
Es war klar, dass Towerstars-Coach Bo Subr in der Drittelpause an der einen oder anderen Stellschraube drehen würde. Die taktischen Maßnahmen setzten seine Schützlinge mehr als eindrucksvoll um. Die 3418 Zuschauer bekamen ein regelrechtes Spektakel geliefert. Ein Beinstellen in der 22. Minute von Davis Vandane bestrafte Robbie Czarnik mit einer unhaltbaren Direktabnahme zum 1:2-Anschlusstreffer. 71 Sekunden später traf Nick Latta entschlossen zum 2:2-Ausgleich. Die Hausherren hielten den Druck aufrecht, Krefeld wurde weiterhin tief im eigenen Drittel eingeschnürt. Weitere eineinhalb Minuten später war es dann Louis Latta, der die Partie unter dem Jubel der Zuschauer drehte. Noch lauter wurde es in der 31. Minute, als Goldhelm Erik Karlsson die Scheibe gar zum 4:2 über die Linie drückte.
Dass man sich in einem Playoff-Halbfinalspiel weder Fehler noch Strafzeiten leisten sollte, daran erinnerte Krefelds Lucas Lessio etwas mehr als eine Minute danach. Tim Gorgenländer musste wegen eines unkorrekten Körperangriffs an der Bande auf die Strafbank und wieder schlug das Krefelder Powerplay zu. Es stand nur noch 4:3. Diesen Gegentreffer schüttelten die Towerstars jedoch gut weg. Belohnt wurde das nachfolgende Engagement mit dem 5:3. Simon Sezemsky setzte die Scheibe von der blauen Linie am sichtlosen Pinguine-Keeper vorbei in die Maschen.
Es war klar, dass die Towerstars einen Zwei-Tore-Vorsprung gegen einen so hochkarätig besetzten Gegner im Schlussdrittel nicht einfach verwalten konnten. Dementsprechend umsichtig agierten sie in ihren Aktionen und ließen sich bis auf wenige Ausnahmen nicht in der eigenen Zone einschnüren. In der 51. Minute war es dann aber doch passiert. Alexander Weiß überwand Ilya Sharipov und traf zum 5:4. Die Towerstars wackelten danach in der eigenen Zone. Drei Minuten später fälschte Philipp Kuhnekath einen Schuss von der blauen Linie erneut unhaltbar zum 5:5 ab. Alle Uhren waren also wieder auf null gedreht. Mit etwas mehr Scheiben- beziehungsweise Stockglück hätte Nick Latta die Arena noch vor Ablauf der 60 Minuten zum Jubeln gebracht. 68 Sekunden vor Schluss wurde er auf halblinks angespielt und zog aus fünf Metern ab. Er traf die Scheibe allerdings nicht richtig und der Puck ging am linken Pfosten vorbei.
Es kam zur Verlängerung, die 15-minütige Pause tat letztlich den Towerstars gut. Zweieinhalb Minuten waren gespielt, als Mat Santos hinter dem Tor den Puck in Besitz nahm, vor das Tor zog und das Spielgerät zum alles entscheidenden 6:5 durch die Beinschienen von Felix Bick schob. Der erste Sieg war geschafft, die Stimmung auf den Rängen und auf dem Eis entsprechend ausgelassen.
Weiter geht es in der Serie am kommenden Freitag, dann stehen die Towerstars zu Spiel 3 wieder in der YAYLA Arena in Krefeld auf dem Eis.
Quelle:
Ravensburg Towerstars