Schlittschuhlaufen und Schießen, Fluchen und Schwitzen, Fallen und Aufstehen. Krieg, aber auf eine schöne, spektakuläre Weise: mit gefrorenem Gummi, messerscharfen Eisen, Schlägern und Kriegern. Das ist Eishockey. Das ist es, was die Play-offs ausmacht. Die erste Schlacht ist verloren, aber noch nicht der Krieg. Heute ziehen sich die Tilburg Trappers den Kampfgeist wieder über wie einen warmen, vertrauten Mantel und treffen im zweiten Spiel erneut auf die Bietigheim Steelers. Let's! Spielen! Eishockey!
Beide Trainer sind sich auf der Pressekonferenz am Sonntagabend einig. Dies war nur das erste Spiel. Ja, Tilburg hat 3:6 verloren, aber das bedeutet nicht, dass die Trappers in der Best-of-seven-Serie gegen die Bietigheim Steelers, die Nummer zwei der Liga Süd, keine Chance haben. Ihr eigener Trainer, Alexander Dück, sagt deshalb: „Das war nur das erste Spiel, wir fangen wieder bei Null an.“
Medien sagen über die Steelers, dass sie zwar ein starkes Team sind, ihnen aber manchmal das Tempo zu Beginn eines Spiels fehlt. Dück: „Die Trappers sind eine schnelle Mannschaft. Wir müssen also weiter stark verteidigen und so viel Puckbesitz wie möglich haben. Denn mit ihrem Tempo können sie uns in kürzester Zeit ausspielen.“ Als zweite Schwachstelle nennt das Sportmagazin auch „das Versäumnis, scheinbar hohe Führungen zu beenden“, was dem Gegner oft ermöglicht, gut zurückzukommen.
Genau das taten die Trappers auch am Sonntag und holten einen 1:4-Rückstand auf. „Mir hat unsere Aufholjagd im dritten Drittel gefallen“, sagte Kobe Roth in einem Videobericht von Omroep Tilburg. „Darauf müssen wir im nächsten Spiel aufbauen.“ Ähnlich äußerte sich Max Hermens im Gespräch mit dem Brabants Dagblad: „Es geht darum, aus dieser schwächeren Phase des Spiels wieder herauszukommen, weiter Gas zu geben und eine Antwort auf das zu haben, was sie tun.“
Die Antwort muss aber auf dem Eis und nicht auf der Strafbank liegen. Todd Warriner: „Das ist es, was Bietigheim macht. Sie verteidigen gut, verteilen gute Checks und schaffen es immer wieder, uns zu neutralisieren. Wir müssen von nun an 'on point' sein und uns so oft wie möglich von der Strafbank fernhalten.“ Noah Muller fügt später hinzu: „Fehler werden in dieser Phase der Playoffs gnadenlos bestraft. Wenn wir es schaffen, diese aus dem Spiel zu nehmen, sind wir definitiv nicht chancenlos.“
Die Ludwigsburger Kreiszeitung beschreibt Tilburg als eine Mannschaft, die „unberechenbar, flexibel und spielfreudig“ ist. Wenn man dann noch die bereits erwähnte Schnelligkeit der Trappers UND ihre eigene Überzeugung hinzunimmt, dass sie es besser machen können als am letzten Sonntag, dann dürfte es heute Abend wieder spannend werden. Bietigheims Center Tyler McNeely sagt jedenfalls, dass er sich auf eine harte Serie vorbereitet: „Tilburg hat eine Menge Offensivkraft. Sie sind immer gefährlich, wenn sie auf dem Eis sind.“
Quelle:
Tilburg Trappers